Blasenentzündung – Was tun? Symptome, Ursachen, Behandlung & Tipps

Vom kühlen Nass auf die Sonnenliege, nach einem heißen Sommertag den Abend im Schanigarten ausklingen lassen - schon kündigt sich eine unangenehme Blasenentzündung an. Warum verstärkt Frauen davon betroffen sind, wie man gut vorbeugen und eine bestehende Infektion heilen kann, ist Thema des aktuellen Blogs.

Nahezu vierzig Prozent aller Frauen erleiden einmal im Leben einen Harnwegsinfekt, jede zweite davon sogar mehrmals pro Jahr.
Häufiger Harndrang, Brennen, Schmerzen und Krämpfe beim Urinieren zählen zu den Hauptmerkmalen, wegen ihrer kürzeren Harnröhre und der anatomischen Nähe zum Darm sind Frauen stärker betroffen als Männer.
Begünstigt durch hormonelle Veränderungen in Schwangerschaft und in den Wechseljahren werden drei Viertel aller Infektionen durch das natürlich im Darm vorkommende Bakterium Escherichia coli verursacht.

Welche Behandlungsmethoden gibt es und wo sind die Grenzen der Selbstmedikation zu ziehen?

Wirkstoffe zur Harnwegsdesinfektion

Bärentraubenblätter stehen als Tee und als Extrakt zur Verfügung:
Das Phenylglycosid Arbutin wird in Hydrochinon umgewandelt. Wurde früher der Teemischung etwa eine Prise Backpulver zur Alkalisierung des Harns beigefügt, weiß man heute, dass die Umwandlung zu Hydrochinon in den Bakterien selbst erfolgt.

Ein Kaltwasserauszug enthält weniger magenreizende Gerbstoffe als ein Teeaufguss und ist ganz leicht selbst herzustellen:

© Ernst Frühmann

Die Blätter der Bärentraube werden mit kaltem Wasser übergossen, sechs bis zwölf Std. stehengelassen und der Abguss vor dem Trinken kurz erhitzt. Diese Teekur sollte höchstens eine Woche und maximal fünf Mal pro Jahr durchgeführt werden und ist nicht für Schwangere, Stillende und Kinder geeignet.

Die Blätter der Preiselbeere enthalten in geringerer Menge Arbutin, reagieren weniger magenreizend und eignen sich ebenfalls zur Behandlung von Harnwegsinfekten.

Cranberry, die nordamerikanische Verwandte der heimischen Preiselbeere, hemmt mit ihren wirksamen Inhaltsstoffen, den Proanthocyanidinen, das Anhaften der Bakterien an der Blasenschleimhaut und eignet sich damit gut zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten.

Beide Pflanzen stehen als Tee, Saft und Tablette zur Verfügung:

Harntreibende Mittel - Aquaretika

Harntreibende Mittel steigern die Durchblutung der Niere und führen zu einer vermehrten Wasserausscheidung. Damit werden auch die Bakterien ausgeschwemmt. Im Gegensatz zu den Saluretika  beeinflussen sie die Elektrolytausscheidung nur indirekt. Wacholderbeeren, Petersilienkraut und-wurzel, Liebstöckelwurzel wirken durch ihre äthereischen Öle, dürfen aber nicht bei  entzündlichen Nierenerkrankungen eingesetzt werden. Saponine in Orthosiphonblättern, Queckenwurzel und Bruchkraut sowie Flavonoide in Birkenblättern, Goldrutenkraut und Hauhechelwurzel erhöhen ebenfalls die Harnmenge. Eine Kombination aus Rosmarinblättern, Liebstöckelwurzel und Tausendgüldenkraut wirkt giut krampflösend, entzündungshemmend und durchspülend.

Im Idealfall werden beide Wirkstoffgruppen kombiniert. Wärmeflaschen, Kirschkernkissen  und Sitzbäder können den Heilungsprozess fördern.
Wir beraten Sie dazu gerne und stellen individuelle Teemischungen für Sie her.

Mittels einfacher Testreifen, die in den Harn gehalten werden und die fünf wichtigsten Parameter nachweisen, kann bei Verdacht eine Infektion bestätigt werden.

Bei Harnverhalten, Blut im Urin, bei Fieber  oder wenn die Beschwerden länger als vier Tage andauern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kinder, Schwangere oder Männer sollten bei Beschwerden einen Arzt aufsuchen.
Antibiotika fördern Resistenzen, beeinträchtigen Scheiden- und Darmflora und werden mit Bedacht eingesetzt. 

Lactobacillus acidophilus kann als Hauptbesiedler des Dünndarms bei wiederkehrenden Blasen- und Harnleiterentzündungen helfen und eine gesunde Mikroflora wiederherstellen.
Die Einnahme sollte mit zweistündigem Abstand zu Nahrung und Arzneimitteln erfolgen.

Cremen mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Ringelblume, Zaubernuss und Aloe und Postbiotika (Laktobazillen und Bifidusbakterien) regenerieren die gereizten und entzündeten Schleimhäute.

Bei mindestens drei Infekten pro Jahr oder zwei Infekten in sechs Monaten spricht man von einer chronischen Cystitis. Abgetötete Escherichia coli Bakterien in Tablettenform eingenommen können helfen, die Zahl der Infekte zu minimieren. Andere Ursachen wie gestörte Blasenentleeerung, Änderung des Östrogenspiegels oder eine gestörte Bakterienflora sollten ausgeschlossen werden.

Was können wir selbst zu einer gesunden Blasenfunktion beitragen?

Verzichten Sie auf Intimlotionen, trinken Sie viel und regelmäßig um Bakterien auszuscheiden.

Im eingangs erwähnten Beispiel sollte die Badekleidung nach dem Aufenthalt im Wasser sofort gewechselt werden, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Tragen Sie abends geschlossene Schuhe und eine leichte Weste, um ihr Immunsystem zu schützen. 

FEMANNOSE®N wirkt mit dem innovativen Wirkstoff D-Mannose und eignet sich gut zur Vorbeugung, Begleittherapie und Nachbehandlung einer Blaseninfektion.
Dieser Einfachzucker wird in kleinen Mengen sogar selbst im Körper produziert, gelangt unverändert in die Blase, bindet Bakterien und hindert diese am Festsetzen an der Blasenschleimhaut. Sie werden mit dem Urin ausgeschieden. Die Einnahme kann unbedenklich über längere Zeit erfolgen.

Aktion gültig von 1.-31.7.2021

In diesem Sinne –  Genießen Sie die Sommertage und lauen Abende im Freien und bleiben Sie gesund!

Das wünschen Ihnen Ihre Seestadt ApothekerInnen