Hochgesteckte Vorsätze oder erreichbare Ziele? „Jetzt schaffe ich es!“

Zu Beginn eines Jahres fassen wir gerne Vorsätze: mit dem Rauchen aufhören, Sport treiben, gesünder essen, mehr Zeit mit der Familie verbringen etc. Wie gelingt es uns, diese umzusetzen, uns von Rückschlägen nicht demotivieren zu lassen?

Grundsätzlich sollten wir zwischen Vorsatz und Ziel unterscheiden. Ersteres scheint eher unverbindlich, zweiteres stellt ein echtes Vorhaben dar, das sich zu konkretisieren und umzusetzen lohnt.
Anstelle von vagen Vorstätzen wie: „im neuen Jahr möchte ich abnehmen“ ist es zielführender zu sagen: „bis zum Urlaub im August werde ich fünf Kilo abnehmen, dazu werde ich ein Ernährungstagebuch führen und meine Kalorienzufuhr an den tatsächlichen Bedarf anpassen.“

Schon Goethe wusste: „Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“ Es gilt also, einen möglichst genauen Maßnahmenplan zu erstellen, genügend Zeit für das Vorhaben einzuplanen, sich vielleicht mit Gleichgesinnten zusammenzuschließen und  sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Betrachten wir gemeinsam zwei beliebte Neujahrsvorsätze und Ideen zu ihrer Umsetzung:

20 Zigaretten täglich bringen jährlich eine Kaffeetasse Teer in die Lunge!

Rauchen zählt zur fünfthäufigsten Todesursache und erhöht das Risiko, an COPD zu erkranken, um das 13-fache. Warum fällt das Aufhören schwer? Nikotin setzt im Körper Adrenalin, Dopamin und Serotonin frei, Botenstoffe, die Belohnungsgefühle auslösen. Sinkt der Nikotinspiegel, machen sich Unruhe, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Hungergefühl, Kopfschmerzen und Schlafstörungen bemerkbar. Thearpeutisches Nikotin ist weder krebserregend noch besitzt es negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem und vermindert das physische Rauchverlangen. 

Mithilfe des Fagerströmtests kann die physische Nikotinabhängigkeit leicht ermittelt werden. Je nach Wert stehen verschiedene Präparate zur Verfügung: Pflaster, Spray, Kaugummi, Lutschtabletten und Inhalator; Kombinationen sind möglich. Schrittweise wird nun die Dosis über zehn Wochen verringert werden, in Einzelfällen kann die Therapie bis zu sechs Monaten dauern. Zeigt die Nikotinersatztherapie oder eine Kombination dieser keinen Erfolg, kann der Arzt ein Medikament zur oralen Einnahme verordnen.

Nehmen ehemalige Raucher wirklich zu?
Nikotin erhöht einerseits den Energieverbrauch und unterdrückt zum anderen das Hungergefühl. Bei Personen gleichen Geschlechts, Alter und Größe bringen Nichtraucher tastsächlich 2 bis 3 kg mehr auf die Waage als ihre rauchenden Zeitgenossen. Wir essen nicht nur bei Hunger sondern oft auch zur Entspannung, zur Anregung, als Trost oder aus Langeweile – Bedürfnisse, die vormalig durch den Griff zur Zigarette gestillt wurden und die es genau zu hintefragen gilt.

Starten Sie jetzt durch! Wissenschaftlich ist bewiesen, dass nach einigen Monaten die Lungenwerte eines ehemaligen Rauchers ähnlich gut wie bei einem Nichtraucher sind.

Unser Ziel ist es, Sie rauchfrei zu machen. Dazu beraten wir Sie gerne über die verschiedenen Nikotinersatzpräparate.

70 Prozent aller Diäten zeigen langfristig keinen Erfolg

Kein Zucker, Low Carb, Low Fat… Alle paar Jahre verspricht uns eine neue Diät den Abschied von überflüssigen Kilos. Leider ist der Erfolg meist von kurzer Dauer. Das mühsam verlorene Gewicht ist schnell wieder erreicht oder sogar überschritten. Ein Jo-Jo-Effekt macht sich bemerkbar.

Einen neuen Ansatz der Ernährungswissenschaft beschäftigt sich mit der somatischen Intelligenz:  Ein Säugling schreit, wenn er Hunger hat und hört auf zu trinken, wenn er satt ist. Ernährungspsychologen raten, dieses Prinzip des intuitiven Essens wiederzuerlernen. Werden viele verschiedene Nahrungsmittel angeboten, sagt uns unser Grundgefühl, was gut und was schlecht für uns ist. Denken wir dabei auch an die Bitterstoffe, wichtige sekundäre Pflanzenstoffe, die aus den meisten Kulturpflanzen weggezüchtet wurden. Sie sorgen für eine schnellere Verdauung und ein rascheres Sättigungsgefühl und werden in TCM und ayurvedischen Lehren sehr häufig verwendet. Im Sinne der Vielfalt: genießen wir Radiccio, Kurkuma und Artischocke im Winter und verfeinern wir im Frühling unseren Salat mit Bitterkräutern.

Vor jeder Mahlzeit sollten wir uns fragen: „Bin ich wirklich hungrig, esse ich aus Gewohnheit, Stress oder Langeweile? Bin ich abgelenkt durch Fernseher, Handy oder Zeitung?“ In der zweiten Phase geht es an die Änderungen der Gewohnheiten. Die Umstellung wird zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen. Nehmen wir uns Zeit für die Nahrungsaufnahme, entwickelt sich ein gutes Gefühl für Hunger, Genuss und Sättigungsgefühl.

Dabei kann es durchaus auch zu einer leichten Gewichtszunahme kommen. Eine Metaanalyse aus zehn Studien vom August 2019 zeigt jedoch, dass somatische Intelligenz das Abnehmen erleichtern kann.

Viel Glück und Erfolg bei der Umsetzung Ihres ganz persönlichen Vorsatzes wünschen Ihnen Ihre Seestadtapotheker.